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„Coldplay, Life in Technicolor“ – Interview mit Debs Wild

Posted on 2. März 20261. März 2026 by sschueck

Wenn sich in einem Raum mindestens 23 Personen befinden, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass zwei oder mehr Personen am gleichen Tag* Geburtstag haben?

Die Mathematik sagt mit 50% Wahrscheinlichkeit.

Wenn ich mich auf einem Coldplay-Konzert befinde, weiß ich, dass — egal wie viele Leute anwesend sind — mit 100% Sicherheit zwei Menschen am gleichen Tag Geburtstag haben. Und ich kenne sogar ihre Namen.

Chris Martin ist nämlich exakt 13 Jahre älter als ich.

Das bedeutet zweierlei:

Happy Birthday to us, Chris!

Und:

Ich werde vermutlich meinen Geburtstag nie taggleich auf einem Coldplay Konzert feiern.

*Bezogen auf den Tag, nicht das Jahr.

The next best thing

Ist das schade? Ja. Aber es bedeutet nicht, dass ich meinen Geburtstag ohne Coldplay feiere. Die Musik läuft ohnehin rauf und runter und in diesem Jahr habe ich mir selbst ein besonderes Geschenk gemacht.

Vor einigen Wochen habe ich nämlich all meinen Mut zusammengenommen und Debs Wild angeschrieben, ob sie mir ein Interview geben mag.

Debs Wild ist, in aller Kürze, eine der Personen, die zuerst wussten, dass diese Band etwas ganz Besonderes ist.

Foto des Buchs "Life in Technicolor, A Celebration of Coldplay" von Debs Wild

Inzwischen ist sie Fan Liaison Beauftragte — hält also den Kontakt zu uns Fans — aber eigentlich wäre Coldplay heute nicht Coldplay, wenn Debs damals nicht erkannt hätte, welches Potential sie haben.

Debs hat auch die inoffiziell offizielle Bandbiografie geschrieben. „Life in Technicolor“ erschien kürzlich in einer aktualisierten und erweiterten Ausgabe und was wäre ich für eine Coldplay-liebende Buchbloggerin, wenn ich da nicht versuchen würde, die Autorin zu interviewen?


Hier also das Interview mit Debs — im englischen Original und in meiner deutschen Übersetzung*. Das Buch selbst gibt es übrigens auch auf Deutsch, übersetzt von Paul Fleischmann und Andreas Schiffmann.

Viel Spaß beim Lesen!

*Meine Hochachtung an alle professionellen Übersetzer*innen. Ihr macht einen verdammt harten und guten Job!

The Interview

The book is a new and extended edition of your previous book on the band. What mesmerized me when reading the first one as well as the second edition was, how your text mirrored the intimacy the band creates even when playing stadiums. It just never feels as if they’re playing for 80.000 fans and the book never reads as if you’re one of thousands of fans reading it. Both feels way more personal. Was capturing this a conscious decision and how did you manage to do it?

Let me start by saying thank you for inviting me to chat. 

I wasn’t aware that it reads as if it was personal. That was not a conscious decision. That is just how I write. I have been told before that I do have a specific writing voice. Another reason I’m flattered is that you think thousands of fans are reading it. I wish! I’d like to think that biographies are also storytelling so am happy to bring you in and maybe even make you feel like you were there.

I’m really pleased to hear that that’s how you felt when reading it but no I didn’t set out to do that.


Das Buch ist eine neue und erweiterte Ausgabe deines früheren Buches über die Band. Was mich beim Lesen beider Ausgaben fasziniert hat, war wie sehr dein Text die Intimität spiegelt, die sogar dann entsteht, wenn die Band in Stadien spielt. Es fühlt sich nie an, als würden sie vor 80.000 Fans spielen und das Buch fühlt sich nie so an, als würden es tausende Fans lesen. Es wirkt persönlicher. War das eine bewusste Entscheidung und wie hast Du das eingefangen?

Lass mich kurz Danke für die Einladung sagen.

Mir war nicht bewusst, dass es sich beim Lesen so persönlich anfühlt. Das war keine bewusste Entscheidung. So schreibe ich nunmal. Ich habe mal gesagt bekommen, dass ich eine bestimmte Schreibstimme habe. Ein anderer Grund, weshalb ich geschmeichelt bin, ist, dass du denkst, tausende von Fans würden es lesen. Schön wär’s! Ich denke, Biografien sind auch eine Form des Geschichtenerzählens, also freue ich mich, dass ich dich in die Geschichte hineinziehen konnte und dir das Gefühl geben konnte, direkt dabei zu sein.

Ich freue mich wirklich sehr, dass du dich beim Lesen so gefühlt hast, aber nein – geplant habe ich das nicht.


What was the most surprising memory that came up when you added the newest chapters?

When I was writing the second edition I was really looking forward to speaking to Bill Rahko about stepping in for Guy for the only ever show that didn’t have all members of the band on stage.* That felt like a really monumental occasion and to speak to him and hear how it unfolded was quite incredible given I was en route to Australia at the time so didn’t know what I would be arriving to.

Welche Erinnerung hat dich beim Schreiben am meisten überrascht?

Als ich die zweite Edition geschrieben habe, habe ich mich besonders darauf gefreut, mit Bill Rahko zu sprechen, der Guy auf dem einzigen Konzert vertreten hat, bei dem nicht alle Mitglieder der Band auf der Bühne standen.* Das hat sich wirklich einmalig angefühlt und von ihm zu erfahren, wie das alles abgelaufen ist, war unglaublich. Ich selbst war da gerade auf dem Weg nach Australien und wusste nicht, in welche Situation ich kommen würde.


*Additional info on that first show without the entire band on stage: Anyone who read Matt McGinn’s book „Roadie“ might remember the part, where he mentioned a gig without Guy in 2001. Debs said this doesn’t count, as it was a very small pub.

*Zusatzinfo zu dieser ersten Show, bei der nicht die gesamte Band aufgetreten ist: Alle, die Matt McGinns Buch „Roadies“ gelesen haben, erinnern sich vielleicht daran, dass es in 2001 ebenfalls einen Auftritt der Band ohne Guy gab. Debs sagte aber, dass das nicht zählt, weil die Band da in einem kleinen Pub aufgetreten ist.

And how difficult was it to leave something out? Is there some story or snippet that you’d like to add in hindsight?

It was difficult to choose what to leave out more than what to put in, even with the first edition. In a way, the first chapter was the easiest but it could have been the longest. It was a time with little to no internet so a lot of those memories felt very rare, unseen and unheard and that was really fun.

The rest of the book I was trying to bring things that die hard fans wouldn’t know and that casual fans would find interesting. Having said that, it is difficult to know what the big Coldplay fans don’t know. It was a juggling exercise for sure.

Und wie schwer war es, etwas rauszulassen? Gibt es eine Geschichte oder eine Erinnerung, die du rückblickend gerne noch hinzufügen würdest?

Die Entscheidung, was ich nicht mit aufnehme, war schwieriger, als die, was reinmuss – selbst in der ersten Ausgabe. In gewisser Weise war das erste Kapitel das einfachste, aber es hätte auch gut das längste werden können. Damals gab es noch fast kein Internet und viele dieser Erinnerungen sind weitgehend unbekannt, was besonders Spaß gemacht hat.

Im Rest des Buches habe ich versucht die Dinge unterzubringen, die absolute Hardcore-Fans nicht wissen und die Gelgegenheitsfans interessant finden würden. Allerdings ist es schwierig zu wissen, was die größten Fans noch nicht wissen. Das war ein Balanceakt.


You’ve by now become some sort of biographer of the band in the eyes of us fans. Do you think in 10-20 year’s time you’ll publish even more books about them? 

I have been on the record about how the book came about and it was not my idea and I didn’t really want to do it in the first place or indeed the second place! But I’m very proud of it and I think it’s an incredible document of the band’s history – and mine.

Whether there will be further editions might be out of my hands as that decision lies with the publisher. 

I myself will always document the band and write their history if not for them, for myself. I just want to leave a record of what happened – much of that is still ahead of us. I don’t know where I’ll be in 10 or 20 years time but I do know that the band’s music will live on forever.

Mittlerweile bist du in den Augen von uns Fans eine Art Biografin der Band geworden. Glaubst du, dass du in 10-20 Jahren noch mehr Bücher über sie schreiben wirst?

Ich habe ja schon mal erwähnt wie das Buch entstanden ist und dass es nicht meine Idee war und ich es am Anfang – und auch später – eigentlich gar nicht schreiben wollte. Aber ich bin stolz darauf und ich denke es ist eine tolle Art, die Geschichte der Band (und auch meine) zu dokumentieren.

Ob es weitere Ausgaben geben wird, liegt nicht in meiner Hand – das ist Sache des Verlags.

Ich selbst werde die Band weiterhin begleiten und ihre Geschichte aufschreiben, vielleicht nicht für sie aber für mich. Ich möchte, dass das, was passiert – und zum Teil noch vor uns liegt – festhalten wird. Wo ich in zehn oder zwanzig Jahren bin, weiß ich nicht, aber ich weiß, das die Musik der Band ewig bestehen wird.

Did you sometimes ask the band how they felt about you publishing some particular photos or stories? Did they suggest something for the book themselves?

I didn’t actually ask the band how they felt about any particular photos or stories. Firstly I know them well enough to know which photographs they won’t like from the early years. There were a select few photos in the first chapters that I didn’t want to include for that reason but the publisher had the final decision and wanted to put them in. I’m not sure how the band feel about them. Hopefully they just laughed at how long ago it all feels and how young we all look.

I did consult with management and they removed very little from the first edition and hardly anything from the second. It was more about making sure it was factually correct not the content.

Hast du die Band manchmal gefragt, wie sie zur Veröffentlichung mancher Fotos oder Geschichten steht? Haben sie vielleicht sogar selbst etwas für das Buch vorgeschlagen?

Ich habe die Band nicht wirklich gefragt, wie sie sich in Bezug auf bestimmte Fotos oder Geschichten fühlen. Zunächst einmal kenne ich sie gut genug, um zu wissen, welche Fotos sie gerade aus den frühen Jahren nicht mögen. Es gibt ein paar Bilder in den ersten Kapiteln, die ich aus diesem Grund nicht einbeziehen wollte, aber der Verlag hatte das letzte Wort und wollte sie nutzen. Ich weiß nicht, wie die Band sich damit fühlt. Ich hoffe aber, dass sie einfach darüber gelacht haben, weil es so lange her ist und wir alle so jung aussehen.

Ich habe allerdings mit dem Management gesprochen, und sie haben aus der ersten Ausgabe ein bisschen was und ganz wenig von der zweiten Ausgabe rausgenommen. Es ging dabei aber mehr darum, dass alles faktisch richtig ist, und weniger um den eigentlichen Inhalt.


How does it feel to know that you played such a vital part in people partying to Coldplay’s songs all around the world?

I’m very proud of the role that I played in those early days and I feel very privileged to be along for the ride and work in a role that befits the fan in me by being their fan liaison. I can’t take much credit though!

Wie fühlt es sich an, zu wissen, dass du so eine zentrale Rolle dabei gespielt hast, dass so Menschen rund um den Globus zu Coldplays songs feiern?

Ich bin sehr stolz auf die Rolle, die ich in diesen frühen Tagen gespielt habe und bin sehr dankbar, dass ich sie seitdem in einer Form begleiten darf, die den Fan in mir glücklich macht, weil ich den Kontakt zu den Fans halten kann. Das ist aber nicht unbedingt mein Verdienst.

If you had to choose three songs by the band to make someone fall in love with their music, which ones would you choose and why?

I can’t pick songs to make someone fall in love with the band because as a fan of music I know only too well how different people’s tastes are. 

I think it sometimes depends on what stage you come into a band’s life, too. I am a huge Prince fan and I prefer the albums he put out throughout the 80s (and there were a LOT) but I have a friend who was growing up in the 90s and he prefers that era so I guess it’s very subjective. However if I were to give a broad introduction to Coldplay’s music we would have to start with Bigger Stronger and then I would include Politik because I love it so much and if we wanted to include a love song, I would pick either What If or Oceans but that could change tomorrow!

Wenn du drei Songs der Band wählen müsstest, um jemanden wirklich von ihrer Musik zu überzeugen, welche würdest Du wählen und warum?

Ich kann keine Songs aussuchen, um jemanden wirklich von Musik zu überzeugen, dafür weiß ich zu gut, wie unterschiedlich die Geschmäcker sind.

Ich glaube auch, dass es manchmal darauf ankommt, an welchem Punkt man mit einer Band in Berührung kommt. Ich bin großer Fan von Prince und mag seine Alben, die in den 80ern veröffentlicht wurden (und das waren EINIGE), aber ich habe einen Freund, der in den 90ern großgeworden ist und diese Zeit bevorzugt – es ist also wohl der subjektiv. Wenn ich aber jemandem einen Einstieg in Coldplays Musik ermöglichen sollte, würde ich mit Bigger Stronger beginnen, dann Politik dazu nehmen, weil ich es so sehr liebe und wenn wir noch ein Liebeslied wählen würden, wären es entweder What if oder Oceans, aber das könnte sich morgen schon wieder ändern.


Thank you so much, Debs, for your time and thank you for everything you’re doing!

Category: Allgemein, Biografie, Büchersucht, Interviews, Rezensionen

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